Erika Helbich stellt im Hohhaus-Museum aus

06.08.1999

Erika Helbich im Gespräch mit Horst Reuter (Mitte) und Professor Karl-August Helfenbein.
Erika Helbich im Gespräch mit Horst Reuter (Mitte) und Professor Karl-August Helfenbein.

Licht, Schatten und die Exaktheit des Malens zeichnen Bilder aus 

36 Bilder der Schlitzer Malerin Erika Helbich sind bis zum 29. August im Hohhaus-Museum in Lauterbach ausgestellt. Die gezeigten Werke spiegeln die Vielfalt der Techniken wider, die die Malerin beherrscht. Aquarell, Gouache, Filzstift, Öl und Tuschpinsel sind die Techniken beziehungsweise die Werkzeuge, die von ihr verwandt wurden.

Horst Reuter, Leiter des Lauterbacher Hohhauses, sprach bei der Eröffnung der Ausstellung davon, dass diese unter dem Thema "Prismen und Realismen" stehe. Die Werke seien nicht nur Spektrum des Könnens der Malerin; in Facetten zerlegt erschienen ein Teil ihrer Werke. Das Bauhaus der 20er-Jahre mit Lyonel Feininger in Weimar habe Erika Helbich zu der gelungenen expressionistischen Malweise und künstlerischen Auffassung inspiriert. Die reizvollen Gegenüberstellungen verschiedener Ausdrucksformen gäben der Ausstellung eine besondere Note.

Professor Karl-August Helfenbein, der die Laudatio hielt, sprach von einer Künstlerin, die vor acht Jahren zum ersten Mal im Hohhaus ausgestellt habe. Nun könne sie zeigen, dass sie weiter gearbeitet habe. Fähig und energisch erschließe sie sich und anderen neue Horizonte. Das von ihr gewählte Thema "Prismen und Horizonte" stehe dafür.
  

Ihre genaue Arbeitsweise spiegele sich im Aufbau ihres Ateliers wider und sei ein Grundaspekt ihres Lebens. Sie habe früh mit dem Malen angefangen; die Realien der Umwelt hätten des "Kindes Seele" beeindruckt. Durch die berufliche Ausbildung als Musterzeichnerin, wo sie Blumenmuster für Bett- und Tischwäsche gezeichnet habe, sei ihre Begabung gefördert worden.

Seit 1971 trat sie verschiedenen Kunstvereinen bei und sie habe alsbald Anerkennung durch ihre Ausstellungen gefunden, die sie bis nach Berlin und München geführt hätten. Genau bekannt sei ihr das Schlitzerland. Reisen nach Italien, Griechenland und Teneriffa sowie die literarische Aufarbeitung von Malern wie Max Ernst, Paul Klee, Picasso und moderner Literatur, hätten ihr ermöglicht, sich der schwierigen Kunst des Porträts zu stellen, das in Leib und Gesicht die Seele suche. Hier nannte Helfenbein Albert Schweitzer und Virginia Woolf, die von ihr gemalt worden seien.

Mit der Aussage "Welch ein Weg vom heimatlichen Laubbaum, der die Seele eines Landes zeige bis hin zum modernen Segelbild" unterstrich Helfenbein die malerische Vielfalt von Erika Helbich, die auch in der Ausstellung deutlich zu erkennen ist. In den Bildern von Schlitz habe sie eine zivilisatorische Urbanität geschaffen und so das kosmopolitische Bewusstsein unserer Zeit figuriert. Sie erzähle aber auch verhalten von primären Erlebnissen ihrer Kindheit, wo bei ihr durch die künstlerische Sicht der Dinge spontan das Bedürfnis entstand, diese durch den Stift zu bannen.

Quelle: Schlitzer Bote
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